{"version":1,"type":"rich","provider_name":"Libsyn","provider_url":"https:\/\/www.libsyn.com","height":90,"width":600,"title":"Episode 18: Werbung mit dem M\u00e4rchen-Onkel: Schokolade, Tabak und Kokain!","description":"Heute mal ganz anders: Drei Marken-Geschichten die eigentlich gar nix miteinander zu tun haben - aber doch irgendwie &quot;s\u00fcchtig&quot; machen. Es geht um Schokolade, Tabak und Kokain. Viel Spa\u00df - freu' mich auf eure Kommentare! --- SHOWNOTES Coca-Cola Dokumentation (Englisch) Besuch mich auf Facebook &amp;nbsp; --- TRANSKRIPT Es war einmal, in Amerika \u2013 in den 1950er Jahren, da haben die Zahnpasta-Hersteller und auch die Regierung der Bev\u00f6lkerung verklickert, dass S\u00fc\u00dfigkeiten echt sch\u00e4dlich f\u00fcr ihre Bei\u00dferchen sein k\u00f6nnten. Und prompt folgte der Umsatzr\u00fcckgang bei S\u00fc\u00dfigkeiten um mehr als 15 Prozent. Schlecht f\u00fcr die S\u00fc\u00dfwarenfabrikanten, aber die hatten die L\u00f6sung bald parat. Es gab n\u00e4mlich zu der Zeit schon ne\u2018 Studie \u00fcber Di\u00e4ten und aus der konnte folgendes abgeleitet werden: Der Schaden am Zahn war f\u00fcr die Menschen gar nicht so das Problem. Sondern das schlechte Gewissen. Die L\u00f6sung des Problems haben wir alle schon gesehen und h\u00f6chst wahrscheinlich schon probiert, oder zumindest verschenkt: kleine, mundgerechte Verpackungseinheiten. Einzeln verpackte Schokoriegel, die s\u00fc\u00dfen, kleinen Gummib\u00e4r-T\u00fctchen, hier und da n\u2018 K\u00fcsschen und die sch\u00f6ne Celebrations-Schoko-Geschenkbox. Die tun doch nix \u2013 die woll\u2019n doch nur spielen. Und in den 50ern hat das schon angefangen. Der Kunde bekam die Entschuldigung f\u00fcr seine Nasch-Leidenschaft gleich mitgeliefert und das Gewissen war bes\u00e4nftigt. Die Ums\u00e4tze gingen wieder nach oben und gegessen \u2026 wurde wieder genau so viel wie vorher. Is\u2018 das interessant? Dann h\u00f6r jetzt weiter \u2013 heute lass\u2018 ich mich dazu hinrei\u00dfen, noch mehr Geschichten zu erz\u00e4hlen. Das Wetter ist danach, meine Stimmung auch \u2013 und wenn du bereit bist, bin ich\u2019s auch. Fangen wir an. Die heutige Episode kannst du f\u00fcr dich gleich auf zwei Arten nutzen. Erstens kannst du dir \u00fcberlegen, was du aus den beiden Geschichten, die ich dir gleich vortragen werde f\u00fcr dich und dein Business lernen kannst. Und zweitens \u2013 je nach Tageszeit \u2013 nutzt du diese Episode um besser einschlafen zu k\u00f6nnen. Weil wie mir k\u00fcrzlich jemand von euch schriftlich bescheinigt hat, hat meine Art des Vortrags wohl manchmal auch M\u00e4rchen-Onkel-Qualit\u00e4ten (und ich wei\u00df gar nicht, ob das bei einem Marketing-Podcast \u00fcberhaupt ein Kompliment ist) \u2013 aber egal, wie auch immer du heute von den knallharten Marketing-Facts profitierst \u2013 ich freu mich, dass du dabei bist. Und nebenbei bemerkt: Selbst im Schlaf saugt dein Unterbewusstsein noch Content auf \u2013 also hier auch gleich ein deutlicher Appell an dein Gewissen: Schlafen erlaubt \u2013 Lernerfolg garantiert. OK. Es geht los. Heute insgesamt drei kurze Geschichten. Hier kommt die Zweite. Vor langer, langer Zeit, ebenfalls in den 1950er Jahren da war Marlboro eine m\u00fcde, dem Tode geweihte Zigarettenmarke. Die Teermischung war mittelstark, es gab keine Filter, Frauen waren die Zielgruppe und es wurde Produkt-Werbung betrieben. Im Gegensatz zu heute: da machen die: Image-Werbung. Und in der Zeit hat das Management von Philip Morris die damaligen Trends auf dem Tabakmarkt untersucht. Und folgendes kam dabei heraus: es war klar, den Trend zu mehr Gesundheit musste man irgendwie aufgreifen. Obwohl zu der Zeit noch fast 90 % aller Raucher Filter los konsumiert haben. Trotzdem haben die dann damit angefangen, Filter in die Marlboros einzubauen. Die neue Zielgruppe sollten junge M\u00e4nner sein und damit die Zigarette nicht mild und weiblich daherkommt wurden die Rauchinhaltsstoffe verst\u00e4rkt. Den Filter haben sie eingepackt in Tabak braunes Papier was auch die Optik dann noch mal etwas rauer und m\u00e4nnlicher gemacht hat. Und dann wurde ne\u2018 neue Werbeagentur beauftragt und zwar Leo Burnett. Und die ersten Kampagnen hatten noch ganz andere Motive als nur den Marlboro Mann. Junge m\u00e4nnliche Models in harten rauen Jobs wurden gezeigt Piloten, Ger\u00fcstarbeiter und nat\u00fcrlich der herbe Typ mit Pferd und Hut. Und der hat sich dann bei der Zielgruppe nach und nach zum heimlichen Favoriten entwickelt und wurde dann nat\u00fcrlich dementsprechend in der Werbung forciert. Dazu kam noch der Slogan: \u201eCome to Marlboro-Country wehre the Flavor is.\u201c Und die Glimmst\u00e4ngel mit der roten Verpackung entwickelten sich zur weltweit am besten verkauften abgepackten Ware. Und so wurde aus dem drohenden Untergang einer farblosen Marke eine Erfolgsgeschichte. Allerdings nicht so erfreulich f\u00fcr mindestens vier M\u00e4nner, die im Laufe der Jahrzehnte Den Marlboro Mann in den Werbespots gespielt haben. Die sind \u2013 zumindest laut Angaben der Los Angeles Times alle an den Folgen des Rauchens verstorben. Und du merkst schon, das ist der Moment dem jetzt unbedingt eine fr\u00f6hlichere Geschichte aus dem Marketing folgen muss und die f\u00e4ngt auch gleich mit einer \u00e4u\u00dferst guten Nachricht an: Kokain ist heute nicht mehr Bestandteil des Coca-Cola\u2013Rezepts. Das Rezept von Erfinder John S. Pemberton 1886 sah da noch n\u2018 Bisschen anders aus. Der B\u00fcrgerkrieg ist zu Ende und hinterl\u00e4sst auch bei John Pemberton seine Spuren. Eine Kugel hat er sich eingefangen und eine eindrucksvolle Bauchnarbe zeugt von einem S\u00e4belhieb. Morphin ist sein Begleiter und die sucht nach dem Opiat, l\u00e4sst nicht lange auf sich warten. Gegen die h\u00e4mmernden Kopfschmerzen, die Magenprobleme und die Morphium-Sucht k\u00f6nnte es eine L\u00f6sung geben, denkt er sich. Denn als ausgebildeter Pharmazeut und Apotheker kommt er auf die Idee, sich ein Serum zu brauen. Eine braune, z\u00e4hfl\u00fcssige Tinktur. Aufgel\u00f6st in Sodawasser, mit allerlei exotischen Stoffen und vor allem auch Kokain \u2013 vers\u00fc\u00dft ihm das Zeug so manche Stunde. So liest man es. Frank Robinson, sein Buchhalter, wittert das Potenzial dieses Getr\u00e4nks, entwickelt den Schriftzug, der bis heute fast unver\u00e4ndert blieb und schaltet die erste Zeitungsanzeige f\u00fcr Coca-Cola. Die Leute lieben es und im ersten Jahr machen Sie mit Coca-Cola um die 50 $. Allerdings liegen die Ausgaben mit 76 $ deutlich h\u00f6her. Aber die Abh\u00e4ngigkeit holt Pemberton ein. Man munkelt die finanziellen Probleme waren es, die ihn dazu gebracht haben, seine gesamten Rechte an Coca-Cola zu verkaufen. An Asa Candler f\u00fcr 2.300 Dollar. Und der Rest ist Geschichte. Und ich hab\u2018 mal ein bisschen recherchiert. Die Geschichte, \u00fcber Coca-Cola, die ich dir gerade erz\u00e4hlt habe, habe ich zusammen getragen aus Fakten vom WDR und Focus.de. Die offizielle Geschichte von Coca-Cola wiederum, stellt sich ganz anders dar. Die ist richtig glattgeschliffen. Keine Rede von Medikamentensucht, und bei denen war es auch der Buchhalter, der die Firma verkauft hat. Und zwar ein ganzes Jahr sp\u00e4ter als es der Focus-Bericht darstellt. Und wenn du mal Storytelling in seiner Reinform erleben m\u00f6chtest, dann schau in die Shownotes. Da hab\u2018 ich dir das YouTube Video verlinkt, eine Dokumentation \u00fcber die Coca-Cola Geschichte. Und ich denk mal die Version d\u00fcrfte Der Coca-Cola Company sehr gefallen, zumal da nat\u00fcrlich ausgesuchte Angestellte von Coca-Cola interviewt werden. Aber wie man es auch dreht und wendet - eine richtig gute Geschichte schafft den Mythos und \u00fcber den spricht heute die ganze Welt. Das fing mit dem Brauen im Messingkessel an und ging durch die Decke, als sich Clark Gable, Greta Gabo und sogar JFK in aller \u00d6ffentlichkeit zu Coca-Cola bekannten. Was ist deine Geschichte? Hast du dich schon mal in ein Abenteuer gest\u00fcrzt, bist durch einen Konflikt gegangen und am Schluss Gest\u00e4rkt und als Held zur\u00fcckgekehrt? Denn das sind die Zutaten, die eine gute Geschichte braucht, um ein bisschen Magie und Mythos um deine Marke herum entstehen zu lassen. Vielleicht wurde dir gek\u00fcndigt, du hast dich daraufhin selbstst\u00e4ndig gemacht und mit Leidenschaft deine ersten Kunden angezogen auch wenn\u2019s gro\u00dfe Schwierigkeiten in deinem Umfeld gab als niemand an dich geglaubt hat aber trotzdem: der letzte Monat war dein Erster in den schwarzen Zahlen!? Was auch immer dir den Willen verleiht, deinen Weg zu gehen und an dein Business zu glauben, deinen Kunden nicht nur den Dienst nach Vorschrift zu liefern, sondern sie zu begeistern. Das ist dein Rezept. Das ist der Stoff, aus dem Helden hervorgehen. Nutz\u2018 ihn f\u00fcr dein Storytelling, f\u00fcr deine eigene Geschichte und wenn du gerade erst am Anfang bist, w\u00fcnsche ich dir jetzt schon einen kometenhaften Aufstieg und \u2026 gute Nacht. Bis zur n\u00e4chsten Episode. 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